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Monika Gentz

Leseproben: für "Große"

Briefe

Der Zauber ist in Dir...

Mit großen, staunenden Augen schaust Du in die Welt, kleiner Mensch
und saugst alles um Dich herum auf.
Fast regungslos ist Dein Gesicht, den Mund leicht geöffnet,
wartest du still ab.
Gespannt, neugierig, unsicher....
Sachte geht Dein Atem.
Im Braun Deiner Augen spiegelt sich die Welt wider,
tief in Dir gefangen und ganz klein-
winzig klein-
so spiegelt sich jede Bewegung, jede Form und jede Farbe...
wird sich festsaugen an Deiner Seele und Dich zum Menschen formen.
Mit großen, staunenden Augen beobachtest du Deine Umwelt....

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Fernweh...

Manchmal schweift mein Blick über die Landschaft,
doch meine Augen sehen nicht.
Weit weg sind die Gedanken, in einem fremden Land.

Vor mir spiegeln sich die Sonnenstrahlen des Morgens
auf dem Azurblau des Sees,
sich sanft auf leichten Wellen wiegend.
Lichter Nebel zieht gespenstig über den,
von mächtigen Felsmassiven umgebenen See.
In aquarellierten Braun-, Grau- und Grüntönen spiegeln sich Fels und Wald
auf der Wasseroberfläche wider ...

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Manuskript- Einblicke

... Hand in Hand schlenderten sie zum Jeep und fuhren aus der Stadt, die Küstenstrasse entlang zum Strand. "Ich kenne da ein kuscheliges Plätzchen- ganz für uns alleine!" sagte Jim in die Stille.
Jane hatte ihren Kopf aus dem Fenster gesteckt. Ihr Haar flatterte im Fahrtwind wie die Mähne eines galoppierenden Pferdes. Der Wind war warm und angenehm. Sicher steuerte Jim den Jeep über die Straßen zu einer kleinen Bucht. Nur wenige Menschen waren hier. Sie stellten den Wagen am Ende der Strasse ab und gingen hinunter zum Strand. Arm in Arm. Jim lächelte Jane verliebt an.
"Los, komm!" rief sie plötzlich und rannte los.
Überrumpelt folgte ihr Jim, holte sie ein und warf sie in den warmen, weichen Sand der von felsigen Klippen umrahmten Bucht. Atemlos lagen sie nebeneinander am Strand, lachten und schauten in den wolkenlos blauen Himmel. Glücklich gefangen in der Leichtigkeit des Nichts...

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"...Jäh zerschnitt das Heulen des Martinshorns die Stille der Nacht. Gleisend rotierte das Blaulicht durch die Dunkelheit. Spiegelte sich einem Neonschwert gleich an den Fassaden der Häuser. In rasender Geschwindigkeit jagte der Rettungswagen durch die Stadt. Über viel befahrene Kreuzungen und rote Ampeln hinweg. In rasanter Fahrt jedem Hindernis ausweichend, selbst immer am Limit. Während der Fahrer um jede Minute rang, kämpfte hinter ihm im Fahrzeug das Rettungsteam um Leben... Menschenleben!
Sanft bremste der Fahrer ab, bog von der Straße zum Seiteneingang des Krankenhauses ab und stoppte schließlich vor der großen Glastür.
"Notaufnahme" stand in riesigen Leuchtbuchstaben darüber.
Drei Pfleger des Krankenhausteams warteten bereits und nahmen den ...


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Carl parkte den Wagen und schlenderte mit Jane Hand in Hand zum Haus. Jane stand hinter ihm als er im Dunkel nach dem Schlüsselloch suchte.
"Mach doch Licht!" schlug Jane vor.
"Geht schon!" antwortete Carl und spürte, wie der Schlüssel endlich in das Schlüsselloch rutschte.
"Ja, lass das Licht aus und beweg deinen Arsch nach drinnen!" befahl wie aus dem Nichts eine harte Männerstimme. Carl fuhr herum. Aus dem Dunkel der Säulen und Bäume war leise ein Mann getreten und hielt Jane eine Waffe an den Kopf. Carl sah ihre entsetzten Augen.
"Los, beweg dich, sonst...!"
Der Mann drückte die Mündung der Pistole fest an Jane`s Schläfe. Panik stieg in ihr hoch. Sie schloss die Augen und schluckte. Ihr Atem ging schnell und flach. Ihr Puls rasste.

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"Darling, ich möchte heute mit in die Studios fahren. Ich möchte bei dir sein. Okay?"
"Okay!" lächelte Stephen und küsste Emily auf die Stirn.
Hand in Hand schlenderten sie zum Auto. Sahen sich verliebt in die Augen. Sie lachten, scherzten und waren sichtlich gut gelaunt.
"Dein Foto gefällt mir wirklich." sagte Stephen, während er den Mustang aus dem Grundstück auf die Straße steuerte.
"Das ist schön." lächelte Emily und sah Stephen an.
Seine blonden Haare wehten im Fahrtwind. Hellwach beobachteten die tiefblauen Augen die Straße und lächelten sie gelegentlich an. Sein Profil war klar und ebenmäßig mit dem Ansatz einer leichten Stupsnase. Das weiße Sweatshirt bildete einen interessanten Kontrast zu seiner ...

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Kurzgeschichte
 
"Voll verzapft...!"
 
Ich saß auf der Wohnzimmercouch. Das Telefon am Ohr, durch das mir meine Schwiegermama das Resultat ihres heutigen Arztbesuchs mitteilte. Im gleichen Moment erzählte mir mein Großer irgendetwas von Wochenende, Disco und Party...., während meine Kleine mir weinend ihre kaputte Puppe entgegen streckte. "Ich habe meine Unterlagen im Auto liegen lassen!" warf mein Mann in das Chaos und ging in Richtung Esszimmer. "Nimm doch bitte den Müll mit raus!" rief ich ihm hinterher. Nickend ging er durch das Esszimmer in den Flur, nahm dort vom Schränkchen neben der Haustür den Autoschlüssel und kam den ganzen Weg zurück ins Wohnzimmer. Mein Göttergatte bahnte sich einen Weg zwischen unseren Kindern und dem Telefonhörer hindurch, drückte mir einen Kuss auf die Lippen und ging wieder ins Esszimmer. Dort fischte er sich einen Brotrest vom Teller- die standen noch immer vom Abendessen auf dem Tisch- und schob ihn in den Mund. Kauend fiel sein Blick auf die Motorradzeitschrift, die auf dem Sideboard lag. Sofort blätterte er darin. Ohne den Blick von der Zeitung zu nehmen, fischte er sich noch einen Happen vom Tisch. Der eine Fuß orientierte sich bereits Richtung Küche, während die Augen meines Liebsten noch an dem Artikel über die neueste Kawasaki klebten. Endlich riss er sich los und erreichte tatsächlich die Küche. Mein Schatz öffnete den Schrank unter der Spüle, in dem der Mülleimer stand.
Da!
Da stand ein Jogurtbecher mit Löffel darin auf der Spüle. Genussvoll kratzte mein Herzblatt noch den allerletzten Rest aus dem Becher, warf den nun definitiv leeren Becher in den Müll und schloss die Schranktür. Glucksend und mit lautem Seufzer nahm er schließlich noch einen kräftigen Schluck aus der Wasserflasche, die ebenfalls auf der Spüle stand. Dann verschwand er aus der Wohnung.
Schwiegermamas Arztbericht war inzwischen fertig, mein Großer in seinem Zimmer verschwunden und die Kleine hatte ich mit der Reparatur der Puppe zur Ruhe gebracht.
Kurze Zeit später kam mein Angetrauter zurück, setzte sich neben mich auf das Sofas und blätterte in seinen Akten. Ich sah ihn an. "Liebling, hast du den Müll mitgenommen?" hauchte ich mit sanfter Stimme.
"Nö, hätte ich das sollen?" fragte er mit jungenhafter Unschuld ohne den Blick von seinen Unterlagen zu nehmen.
Ich musste schmunzeln. Wie oft hatten mich auf dem Weg zu meinem Ziel so viele Dinge gestoppt, bis ich mein eigentliches Vorhaben vergessen hatte?
Ich drückte meinem Schatz einen Kuss auf die Backe und kuschelte mich lächelnd an ihn. Das Leben ist einfach wunderbar.... im wahrsten Sinne!
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